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Texas Hold'em

Pokervarianten im Detail

Pokern hat in den letzten Jahren immer mehr Anhänger gefunden und sich vom Ruf des Glückspiels befreit. Natürlich gehört immer noch ein Portion Glück dazu, um das richtige Blatt auf der Hand zu haben, aber die Spielstrategie ist ausschlaggebend für den langfristigen Erfolg beim Poker spielen. Denn auch mit einem relativ schlechten Blatt kann man ein Spiel für sich entscheiden.

Die derzeit beliebteste Pokervariante ist Texas Hold’em. Ein Grund dafür ist die starke Präsenz von Texas Hold’em in den Medien. So werden zum Beispiel die im deutschen Fernsehen übertragenen Pokerturniere in der Regel nach der Texas Hold’em Variante gespielt.

Texas Hold’em – Regeln und Spielablauf
Texas Hold’em kann 2 bis 11 Spielern gespielt werden. Es gibt 52 Spielkarten ohne Joker. In einem normalen Spielverlauf wechseln sich die Spieler der Reihe nach als Kartengeber ab. Der so genannte Dealer bekommt einen Dealerbutton. Er zeigt den anderen Spielern an, wer von ihnen die so genannten Blinds setzen muss. Blinds sind erzwungene Wetteinsätze. Die Position als Dealer ist insofern verantwortungsvoll da der Dealer auch für einen regelten Spielablauf sorgen muss und im Streitfall, darüber entscheidet, welcher Spieler mit welchem Blatt gewonnen hat. Der Dealer ist sozusagen der Moderator des Spiels.

Die ersten beiden Spieler links vom Dealer müssen vor beginn der ersten Wettrunde die Blinds setzen. Zuerst wird der Small Blind gesetzt und dann der Big Blind. Der Sinn dahinter ist, dass durch diese erzwungenen Einsätze Geld ins und damit Bewegung ins Spiel kommt. Der Big Blind ist doppelt so hoch wie der Small Blind. Sind diese Einsätze gemacht, erhalten die Spieler beginnend von Links je zwei verdeckte Karten. Diese Karten werden auch Hole-Cards genannt.

Nachdem die Blinds gemacht und die Hole-Cards gegeben sind, beginnt die erste von insgesamt vier Wettrunden. In der ersten Runde beginnt der Spieler links neben dem Big Blind. Er ist im Zugzwang, auf Englisch under the gun, d.h. ‚von der Waffe bedroht’. Im Wesentlichen stehen ihm drei Spielmöglichkeiten offen. Einmal kann er aufgeben bzw. passen, auf Englisch fold. Dann kann er mitgehen (call) oder schieben (check), wenn der vorherige Spieler nicht gewettet hat. Als Drittes kann er wetten (bet) oder erhöhen (raise), wenn der vorherige Spieler gewettet hat.
Nach diesem Prinzip geht es reihum bis zu den Spielern, die den Small Blind und den Big Blind legen mussten. Diese beiden müssen zum Mitgehen nur die Differenz zwischen dem letzen Wetteinsatz und ihrem Blind legen. Sie können aber auch erhöhen.
Damit ist die erste Wettrunde beendet.

Die zweite Wettrunde beginnt mit dem so genannten Flop. Das sind die ersten drei Gemeinschaftskarten. Dafür legt der Dealer die oberste Karte des Stapels ungesehen weg und deckt die nächsten drei Karten auf. Nun beginnt der erste Spieler links neben dem Dealer.
Dieser ist jetzt vor die Wahl gestellt. Je nachdem ob in der Vorrunde gewettet wurde, kann er entweder wetten, mitgehen oder schieben. Schieben ist dabei nur möglich, wenn in der Vorrunde nicht gewettet wurde. Schiebt der erste Spieler, so kann der zweite ebenfalls schieben. Wenn alle folgenden Spieler schieben, ist die zweite Wettrunde vorbei. Wenn ein Spieler jedoch wettet, dann können die anderen Spieler mitgehen, erhöhen oder aufgeben. Die zweite Wettrunde ist erst dann vorbei, wenn alle Spieler bei der letzten Erhöhung mitgegangen sind, dadurch kann es mehrmals rumgehen.
Die Anzahl der Erhöhungen kann im Vorfeld festgelegt werden. Bei einer Wette und drei Erhöhungen pro Runde nennt sich das dann bet, raise, re-raise und cap.

Die dritte Wettrunde beginnt und der Dealer deckt die vierte Gemeinschaftskarte, den so genannten Turn auf, nachdem wieder die oberste Karte ungesehen aus dem Stapel verbannt wurde. Die vierte wird auch Fourth Street genannt. Danach entspricht der Ablauf der dritten Wettrunde der zweiten Wettrunde.

In der vierten Wettrunde wird durch den Dealer wieder die oberste Karte aus dem Stapel verbannt. Ein Vorgang, der auch to burn and turn genannt wird. Dann wird die fünfte Karte aufgedeckt. Im Englischen River oder Fifth Street genannt. Der Wettablauf in der vierten Runde ist analog zur zweiten und dritten Wettrunde endet aber mit dem so genannten Showdown.
Wenn alle Spieler in der letzten Runde geschoben haben, dann ist der Spieler zuerst mit dem Karten zeigen dran, der die Runde begonnen hat. Ansonsten muss derjenige zuerst seine Karten aufdecken, der zuletzt gewettet oder erhöht hat. Haben alle Spieler bis auf einen gepasst, dann gewinnt der übrig gebliebene Spieler und muss seine Karten nicht zeigen.

Gewonnen hat der Spieler mit der besten Kartenkombination. Welche Pokerhand die andere übertrifft ergibt sich aus dem Poker-Ranking.

Wenn das Spiel beendet ist, wandert der Dealerbutton einen Spieler nach links und das Spiel beginnt von vorn.

Texas Hold’em Varianten
Aber auch bei Texas Hold’em Poker gibt es verschiedene Möglichkeiten zu spielen. Diese richten sich nach der Höhe der Wetten oder der Größe des Pots. So gibt es Limit Texas Hold’em, bei dem der Wetteinsatz streng begrenzt ist. Die nächste Variante ist Spread Limit Texas Hold’em, hier ist nicht der Wetteinsatz begrenzt, sondern es wird eine Spanne festgelegt, in der man wetten kann. Eine weitere Limit Form ist das Pot-Limit Texas Hold’em. Sie ist recht schwierig für den Einzelspieler, da sich der Wetteinsatz nach der aktuellen Höhe des Pots richtet. Der Spieler darf nur maximal um den Betrag erhöhen, der im Pot ist, dadurch muss man ihn immer im Auge haben.

Dann gibt es noch das No-Limit Texas Hold’em Poker. Hier gibt es keine festgelegte Wetthöhe und man kann immer alle Chips setzen, die man hat. (all in) In der Regel gibt es aber einen Mindestbetrag, der zu Anfang gesetzt werden muss. Er entspricht meistens dem Big Blind.

Gespielt wird Texas-Hold’em einmal in Turnieren oder als Cash-Game. Bei Turnieren kaufen sich Spieler die Chips und spielen bis sie entweder alles verloren haben oder als Letzter übrig sind. Danach wird die Auszahlung nach einem bestimmten Schlüssel vorgenommen, nach dem die besten drei Spieler und das Casino einen Anteil bekommen. Dieser Schlüssel wird vor dem Spiel festgelegt. Außerdem steigen die Blinds bei jedem Spiel kontinuierlich.
Bei Cash-Games kann ein neuer Spieler jeder Zeit dazu stoßen. Die Höhe der Blind ist bei jedem Spiel konstant. Wenn ein Spieler aussteigen möchte, dann kann er dies, wie er möchte und sich seine Chips auszahlen lassen. Die Chips entsprechen hier realem Geld.

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