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Stud Poker
Pokervarianten im Detail
Es gibt beim Stud Poker verschiedene Spielvarianten. Die bekanntesten sind Seven-Card Stud Poker und das Five-Card Stud Poker. Sie unterscheiden sich in der Menge genutzten Karten und in der Menge der offenen Karten. Von den offenen Karten leitet sich auch der Name her. Von den beiden hier benannten Varianten hat das Seven-Card Stud Poker die ältere Variante fast komplett verdrängt und war bis vor ein paar Jahren die Variante, die in den Casinos am beliebtesten gewesen ist, bevor Texas Hold’em in Mode kam.
Seven-Card Stud Poker
Beim Seven-Card Stud Poker können bis zu acht Spieler mitwirken. Gespielt wird mit den 52 französischen oder angloamerikanischen Spielkarten ohne Joker. Vor der ersten Wettrunde bekommen die Spieler vom Dealer je zwei verdeckte Karten (Hole-Cards) und eine für alle Spieler sichtbare offene Karte, die man Door nennt, zugeteilt.
Der Spieler mit der niedrigsten offnen Karte muss einen vorher festgelegten Bring-in in den Pot legen. Das Bring-in ersetzt also den Blind. Wenn zwei Spieler den gleichen Kartenwert haben, dann entscheidet die Kartenfarbe über den der das Bring-in erbringen muss. Die Reihenfolge ist wie beim Bridge aufsteigend Kreuz, Karo, Herz und Pik. Unabhängig vom Bring-in gibt es die Variante, dass vor Beginn eines alle Spieler ein festgelegtes Ante, also einen Grundeinsatz in den Pot einbringen müssen.
Seven-Card Stud Poker wird selten als No-Limit Variante gespielt. Oft gibt es eine so genannte Split Limit Lösung. Nach der wird ein Bring-in bzw. das Ante festgelegt, ebenso wie ein Lower Limit und ein Higher Limit. Wann diese zur Anwendung kommen, hängt von zum einen von der Wettrunde, zum anderen von den offenen Karten Spieler ab.
Das Bring-in wird als erste Wette erachtet und eröffnet die erste Wettrunde beim Seven-Card Stud Poker. Demnach bleiben den anderen Spielern die Optionen mitzugehen (call), zu erhöhen (raise) oder zu passen (fold). Die Wettrunde ist dann zu Ende, wenn alle Spieler bei der letzten Wette oder Erhöhung mitgegangen sind.
Während der ersten Wettrunde sind nur drei Erhöhungen einer Wette zulässig, also bet, raise, re-raise und cap. Diese richten sich nach dem Lower Limit, was bedeutet, der einzelne Spieler kann maximal um das Lower Limit erhöhen und der Cap besteht aus maximal dem Vierfachen des Lower Limits.
Dann erhalten die Spieler drei weitere offene Karten, nach denen je eine Wettrunde folgt. Die Wettrunde beginnt immer derjenige Spieler mit der höchsten offenen Kartenkombination. Die Karten werden Fourth Street, Fifth Street und Sixth street genannt. Ab der zweiten Wettrunde kann im Prinzip mit Einsätzen zwischen dem Ante und dem Higher Limit gespielt werden, aber nur wenn der beginnende Spieler ein offenes Paar besitzt. Ab der dritten Runde wird mit Einsätzen zwischen dem Lower Limit und dem Higher Limit gespielt.
Nachdem die vierte Wettrunde gespielt wurde, wird eine siebente Karte (Seventh Street) an die Spieler ausgegeben. Im Weiteren verläuft die sich nun anschließende letzte Runde wie die vorgehenden. Wenn allerdings nur noch zwei Spieler im Rennen sind, dann wird die Beschränkung auf drei Erhöhungen aufgehoben. Die Spieler spielen so lange bis zum Call, worauf dann der Showdown beginnt. Der Spieler der zuletzt erhöht hat oder die letzte Wette gemacht hat, muss seine Karten zuerst offen legen. Der Spieler mit der besten Kombination aus fünf Karten entsprechend dem Poker-Ranking gewinnt das Spiel. Wenn alle bis auf einen aufgeben, dann hat dieser gewonnen und muss seine Hole-Cards nicht vorzeigen.
Die jeweils oberste Karte muss vom Dealer oder Croupier vor dem Geben beiseite gelegt werden, das nennt man to turn and burn. Ebenso darf auch die unterste Karte aus dem Stapel nicht an die Spieler ausgegeben werden.
Tritt der Fall ein, dass nicht genügend Karten für sie Spieler zur Verfügung stehen, dann kann der Geber eine Common Card offen auf den Tisch legen, diese gilt dann als Bestandteil der Blätter aller beteiligten Spieler. Grundsätzlich kann der Fall immer eintreten, wenn viele Spieler bis in die fünfte Runde im Spiel bleiben.
Five-Card Stud Poker
Die klassische Stud Poker Variante mit fünf Karten wird nur noch selten in Casinos gespielt. Sie ähnelt sehr der Variante mit sieben Karten, hat aber ein paar Abweichungen. Nachdem alle Spieler ein Ante in den Pot gegeben haben, bekommen sie eine verdeckte Karte (Hole-Card) und eine offene Karte. Danach beginnt der Spieler mit der höchsten offenen Karte die erste Wettrunde. Danach werden die dritte, die vierte und zum Schluss fünfte Karte ausgegeben mit jeweils einer sich anschließenden Wettrunde. Nach der vierten Wettrunde werden die verdeckten Karten aufdeckt und der Spieler mit der besten Kombination gewinnt.
Five-Card Stud Poker wird meistens mit Limit gespielt, das heißt der Einsatz wird im Vorfeld festgelegt.
Razz
Eine schöne Variante des Stud Pokers ist Razz. Der Hauptunterschied besteht darin, dass nicht das beste Blatt, sondern das schlechteste Blatt das Spiel macht. Diese Poker Variante wird deshalb auch Seven-Card Stud Lowball genannt.
Der Spielablauf ist analog zu Seven-Card Stud Poker. Nachdem die Antes in den Pot gekommen sind, bekommen die Spieler zwei Karten – eine verdeckte, die andere offen. Der Spieler mit der niedrigsten offenen Karte beginnt mit dem Bring-in.
Ass gilt bei Razz als niedrigste Karte. Flushs und Straights werden nicht als solche gewertet. Sobald Paare, Drilling oder höhere Kombinationen auftauchen, hat man keine Chance mehr zu gewinnen.
Ausschlaggeben sind für die Festlegung eines Gewinners ist immer die so genannte High Card, also die höchste Karte im Blatt. So verliert zum Beispiel ein Spieler mit einer höheren High-Card gegen einen Spieler mit einer niedrigeren High-Card, obwohl seine übrigen Karten niedrigen sind als die seines Gegners.
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